Emotionaler Abschied: Sonthofen beendet Saison vor heimischem Publikum
- Laurenz Lakotta

- 31. März
- 3 Min. Lesezeit
Zum Abschluss einer schwierigen Saison hat sich der TSV Sonthofen vor heimischem Publikum mit einer Niederlage verabschiedet. Gegen den TSV Landsberg unterlagen die Allgäuer in einer torreichen Partie mit 44:51 (21:27). Doch im Mittelpunkt standen an diesem Abend weniger das Ergebnis als vielmehr die zahlreichen Abschiede und der emotionale Saisonabschluss.
Sportlich war die Ausgangslage bereits vor dem Anpfiff klar. Für beide Mannschaften ging es tabellarisch um nichts mehr – Sonthofen stand als Absteiger fest, Landsberg hatte sich im gesicherten Mittelfeld etabliert. Entsprechend entwickelte sich von Beginn an ein offenes Spiel mit vielen Toren auf beiden Seiten.
Die Gastgeber starteten engagiert in die Partie. Michael Wohlfahrt sorgte früh für die ersten Treffer, auch Marcel Heil zeigte sich vom Siebenmeterpunkt sicher. Doch Landsberg stellte schnell unter Beweis, warum man in dieser Saison zu den offensivstärkeren Teams der Liga zählt. Immer wieder fanden die Gäste Lösungen gegen die Sonthofer Defensive und setzten sich bereits in der Anfangsphase leicht ab.
Nach gut zehn Minuten lag Sonthofen mit 5:9 zurück, wenig später wuchs der Rückstand weiter an. Die Hausherren hielten zwar dagegen, fanden im Angriff immer wieder gute Lösungen, bekamen aber defensiv zu selten Zugriff. Besonders das Tempospiel und die Durchschlagskraft der Landsberger stellten die Sonthofer Abwehr vor große Probleme.
Dennoch zeigte die Mannschaft Moral. Angeführt von Marcel Heil, der einmal mehr zu den treffsichersten Akteuren gehörte, blieb Sonthofen im Spiel. Auch Ralf Günter übernahm Verantwortung und ging mit viel Einsatz voran. „Wir wollten uns im letzten Heimspiel ordentlich präsentieren und uns nicht hängen lassen“, erklärte Günter nach der Partie.
Bis zur Halbzeit konnte Sonthofen den Rückstand zwar nicht entscheidend verkürzen, blieb aber in Schlagdistanz. Mit einem 21:27 ging es in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild. Landsberg spielte seine Angriffe konsequent zu Ende und nutzte die sich bietenden Chancen effizient. Sonthofen hingegen zeigte sich im Angriff weiterhin engagiert, ließ aber in der Defensive zu viele einfache Treffer zu.
Fabian Hofmann, Daniel Freudenreich und Sean Pauw setzten offensive Akzente, auch Aleksandar Italo brachte sich mit wichtigen Treffern ein. Dennoch gelang es nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Zwischenzeitlich wuchs der Abstand auf zehn Tore an.
Trotzdem steckte Sonthofen nie auf. Die Mannschaft kämpfte bis zum Schluss, suchte weiterhin den Weg nach vorne und verabschiedete sich mit einer engagierten Leistung von den eigenen Fans. „Natürlich hätten wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht, aber wir haben bis zum Ende alles gegeben“, so Marcel Heil.
Mit zunehmender Spieldauer rückte das Sportliche jedoch immer mehr in den Hintergrund. Nach dem Schlusspfiff standen die Verabschiedungen im Mittelpunkt.
Mit Aleksandar Italo verliert der TSV Sonthofen einen wichtigen Führungsspieler, der künftig für den TV Immenstadt auflaufen wird.
Sein Bruder Dalibor Italo, der das Spiel krankheitsbedingt nicht bestreiten konnte, wurde ebenfalls verabschiedet. Er beendet seine Karriere und hinterlässt sowohl sportlich als auch menschlich eine große Lücke im Team.
Auch Sean Pauw wird den Verein in Richtung TV Immenstadt verlassen. Mit seiner Dynamik und Torgefahr setzte er immer wieder wichtige Impulse im Sonthofer Spiel.
Darüber hinaus wurde Kapitän Andy Dahm verabschiedet, der seine aktive Laufbahn beendet. Als Führungsspieler und Identifikationsfigur war er über Jahre hinweg eine wichtige Stütze der Mannschaft.
Entsprechend emotional gestalteten sich die Szenen nach Spielende. Spieler, Verantwortliche und Fans nahmen sich Zeit für persönliche Worte und verabschiedeten sich von langjährigen Weggefährten.
„Das war heute kein einfaches Spiel für uns – weder sportlich noch emotional“, sagte Ralf Günter. „Viele Spieler haben den Verein über Jahre geprägt. Das merkt man an so einem Abend.“
Auch Aleksandar Italo blickte bewegt auf seine Zeit zurück: „Ich bin dem Verein und den Fans sehr dankbar. Sonthofen wird immer ein besonderer Ort für mich bleiben.“
Mit dem letzten Heimspiel endet für den TSV Sonthofen eine herausfordernde Saison. Der Abstieg steht fest, gleichzeitig steht der Verein vor einem Umbruch. Mehrere Leistungsträger verlassen die Mannschaft, neue Spieler werden Verantwortung übernehmen müssen.
„Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen und die richtigen Schlüsse zu ziehen“, betonte Marcel Heil. „Der Verein hat Potenzial, und wir werden alles daransetzen, wieder erfolgreich zu sein.“
So bleibt am Ende eines torreichen Spiels vor allem ein emotionaler Abend in Erinnerung – geprägt von Abschieden, Dankbarkeit und dem Blick in eine neue Zukunft.



