35:42 in Partenkirchen – Sonthofen ohne Punkte
- Laurenz Lakotta

- 27. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Der TSV Sonthofen hat im wichtigen Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten TSV Partenkirchen einen herben Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen müssen. Vor gut gefüllten Rängen in Partenkirchen unterlagen die Allgäuer deutlich mit 35:42 und rutschten damit weiter in den Tabellenkeller ab. Während Partenkirchen wichtige Punkte sammelte und nun auf sechs Zähler kommt, bleibt Sonthofen bei 7:19 Punkten auf Rang zehn hängen. Dabei begann die Partie aus Sonthofer Sicht noch vielversprechend. Jonas Keleminic und Sean Pauw sorgten früh für eine 3:1-Führung, auch Aleksandar Italo traf sicher zum 4:2. Doch die Gastgeber fanden schnell ihren Rhythmus – vor allem Ahmed Bouhamidi und Michel Neuhaus stellten die Sonthofer Abwehr immer wieder vor große Probleme. Nach dem 6:6-Ausgleich in der neunten Minute kippte die Partie zunehmend zugunsten der Hausherren. Partenkirchen agierte aggressiver, ging konsequent in die Zweikämpfe und nutzte die Fehler der Gäste eiskalt aus. Innerhalb weniger Minuten zog der TSV auf 12:7 davon. Sonthofen versuchte über Marcel Heil und Michael Wohlfahrt gegenzuhalten, ließ jedoch gleich mehrfach gute Möglichkeiten – unter anderem zwei Siebenmeter – ungenutzt. Gerade diese vergebenen Chancen sollten sich im weiteren Verlauf bitter rächen. „Wir starten eigentlich ordentlich, lassen dann aber zu viele einfache Dinge liegen“, haderte Kapitän Andy Dahm nach der Partie. „Partenkirchen war galliger, sie wollten diesen Sieg einfach mehr als wir.“ Bis zur Halbzeit erhöhte Partenkirchen den Druck weiter. Bouhamidi traf nahezu nach Belieben, Neuhaus verwandelte sicher vom Punkt und über das Tempospiel. Sonthofen kämpfte, fand defensiv jedoch kaum Zugriff. Beim Stand von 22:17 ging es in die Kabinen – ein Ergebnis, das den Spielverlauf bereits widerspiegelte. Zwar war der Rückstand noch nicht uneinholbar, doch der Kräfteverschleiß war den Allgäuern schon jetzt deutlich anzumerken. Marcel Heil versuchte in der Pause noch einmal wachzurütteln: „Wir haben über Einsatz und Tempo gesprochen – aber wenn du die Zweikämpfe verlierst und im Angriff zu fahrig bist, wird es gegen so einen Gegner schwer.“ Nach dem Seitenwechsel hoffte Sonthofen auf eine schnelle Aufholjagd, doch das Gegenteil trat ein. Partenkirchen erhöhte nochmals die Intensität und setzte sich Tor um Tor ab. Spätestens beim 30:24 in der 47. Minute war eine Vorentscheidung gefallen. Auch wenn Marcel Heil, Aleksandar Italo und Sean Pauw weiterhin Akzente setzten, fehlte es insgesamt an Durchschlagskraft und Stabilität. Hinzu kam der dünne Kader der Gäste, der in der Schlussphase kaum noch Wechselmöglichkeiten zuließ. Während Partenkirchen weiter Vollgas ging, schwanden bei Sonthofen sichtbar die Kräfte. Sonthofen gab sich zwar nie auf und verkürzte zwischenzeitlich noch einmal, doch jedes kleine Aufbäumen wurde postwendend beantwortet. In den letzten zehn Minuten zog Partenkirchen endgültig davon und machte den verdienten Heimsieg klar. Am Ende stand ein 42:35 auf der Anzeigetafel – ein Ergebnis, das vor allem die defensive Schwäche der Gäste offenlegte. „35 Tore auswärts müssen eigentlich reichen, um ein Spiel offen zu halten“, meinte Marcel Heil selbstkritisch. „Aber wenn du 42 bekommst, kannst du kein Spiel gewinnen. Uns fehlte einfach die Stabilität.“ Die Gastgeber präsentierten sich über 60 Minuten konzentriert, aggressiv und zielstrebig. Der Sieg war am Ende hoch, aber verdient. Für Partenkirchen bedeutet der Erfolg ein wichtiges Lebenszeichen im Tabellenkeller. Mit nun sechs Punkten schöpft das Team neue Hoffnung im Abstiegskampf. Für den TSV Sonthofen hingegen wird die Lage zunehmend prekär. Mit 7:19 Punkten bleibt man tief im Tabellenkeller stecken und braucht in den kommenden Wochen dringend Erfolgserlebnisse, um den Anschluss nicht zu verlieren.


