38:34-Heimsieg: Sonthofen dreht Schlüsselspiel
- Laurenz Lakotta

- vor 2 Tagen
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Der TSV Sonthofen hat im wichtigen Kellerduell gegen den TSV Gilching ein deutliches Zeichen gesetzt. Mit einem 38:34-Heimsieg behielten die Oberallgäuer in einem intensiven, kräfteraubenden Spiel die Oberhand und belohnten sich für eine der besten Anfangsphasen der gesamten Saison. Zwei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf, die sich Sonthofen mit Leidenschaft, taktischer Disziplin und großem Willen erarbeitete.
Was die Zuschauer in den ersten 15 Minuten sahen, war vermutlich das Beste, was Sonthofen in dieser Spielzeit auf die Platte gebracht hat. Von der ersten Sekunde an war die Mannschaft hellwach, aggressiv in der Abwehr und zielstrebig im Angriff.
Bereits nach wenigen Minuten zeichnete sich ab, dass Sonthofen an diesem Abend viel vorhatte. Die Defensive stand kompakt, die Wege nach hinten wurden konsequent gemacht und im Angriff wurden die Chancen mit beeindruckender Effizienz genutzt. Nach nicht einmal zehn Minuten lag Sonthofen deutlich vorne, setzte Gilching früh unter Druck und zwang den Gegner zu einer schnellen Auszeit.
Besonders auffällig: die taktische Disziplin. Sonthofen spielte geduldig, suchte klare Abschlüsse und ließ den Ball laufen. Fehler waren in dieser Phase nahezu nicht zu sehen, die Körpersprache passte, die Kommunikation stimmte.
In dieser starken Anfangsphase war Marcel Heil kaum zu stoppen. Immer wieder fand er Lücken, verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt und zeigte sich auch aus dem Spiel heraus extrem treffsicher. Gilching fand kaum Mittel, um den Sonthofer Rückraum in den Griff zu bekommen.
Bis zur Mitte der ersten Halbzeit baute Sonthofen den Vorsprung weiter aus und stellte Gilching vor große Probleme. Die Gäste wirkten phasenweise überfordert, kamen kaum ins Tempospiel und mussten viel investieren, um überhaupt zu Abschlüssen zu kommen.
Doch nach dieser furiosen Anfangsviertelstunde ließ Sonthofen etwas nach. Die klare Linie im Angriff ging verloren, Abschlüsse wurden schneller gesucht, und auch in der Defensive fehlte zunehmend der letzte Zugriff. Gilching nutzte diese Phase konsequent, kämpfte sich Tor um Tor heran und blieb zur Halbzeit in Schlagdistanz.
Trotzdem ging Sonthofen mit einer Führung in die Pause – verdient, aber nicht mehr so souverän wie zu Beginn.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst deutlich. Gilching kam mit viel Energie aus der Kabine, erhöhte das Tempo und setzte Sonthofen zunehmend unter Druck. Über rund 20 Minuten war Gilching die bessere Mannschaft, spielte variabler und profitierte von einigen Nachlässigkeiten im Sonthofer Abwehrverbund.
Der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Gäste war dabei Vladimir Dimic. Immer wieder übernahm er Verantwortung, zog Fouls, verwandelte Siebenmeter und hielt Gilching im Spiel. Sonthofen tat sich in dieser Phase schwer, den Zugriff zu finden.
Als Gilching schließlich zum 29:29 ausglich, wurden bei vielen Zuschauern Erinnerungen an das verrückte Hinspiel wach. Die Partie drohte erneut zu kippen.
Doch anders als noch im Hinspiel ließ sich Sonthofen diesmal nicht aus der Ruhe bringen. Die Mannschaft sammelte sich, spielte wieder strukturierter und setzte in den entscheidenden Momenten die richtigen Akzente.
Aleksandar Italo erwies sich einmal mehr als Fels in der Brandung. Mit seiner Ruhe, Präsenz und Abgeklärtheit übernahm er Verantwortung, stabilisierte das Spiel und setzte wichtige Treffer in einer Phase, in der es eng wurde. Dalibor Italo brachte zusätzliche Impulse, sorgte für Entlastung und setzte immer wieder Nadelstiche.
Emotionaler Anführer war Ralf Günter, der seine Mitspieler pushte, antrieb und gerade in der Schlussphase mit Einsatz und Körpersprache voranging.
In den letzten Minuten merkte man beiden Teams die hohe Belastung an. Das Spiel war intensiv, die Zweikämpfe hart, die Beine schwer. Doch Sonthofen hatte nun das Momentum auf seiner Seite. Während Gilching in den entscheidenden Momenten einige Chancen liegen ließ, blieb Sonthofen konzentriert und nutzte seine Möglichkeiten konsequent.
Angeführt von einem überragenden Marcel Heil, der am Ende auf 19 Treffer kam, setzte sich Sonthofen Stück für Stück ab und brachte den Sieg schließlich souverän über die Zeit.
Mit dem 38:34-Erfolg zieht Sonthofen in der Tabelle an Gilching vorbei und verschafft sich im Abstiegskampf wichtige Luft. Der Sieg war das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung, einer herausragenden Anfangsphase und der richtigen Reaktion auf schwierige Spielphasen.
Gilching zeigte trotz der Niederlage Moral und blieb bis zum Schluss gefährlich, musste sich am Ende aber der größeren Entschlossenheit der Hausherren geschlagen geben.
Für Sonthofen war es ein Abend, der Mut macht – und zeigt, wozu diese Mannschaft fähig ist, wenn Disziplin, Leidenschaft und Teamgeist zusammenkommen.

