Sonthofen reist mit Hoffnung zum Kellerduell
- Laurenz Lakotta

- vor 11 Minuten
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Am Samstagabend um 18 Uhr steht für den TSV Sonthofen eines der richtungsweisenden Spiele der laufenden Saison an. In der Werdenfels-Arena trifft die Mannschaft aus dem Allgäu auf den TSV Partenkirchen – ein Duell zweier Teams, die im Tabellenkeller unter Zugzwang stehen. Es ist ein klassisches Vier-Punkte-Spiel, bei dem es nicht nur um Zähler, sondern auch um Selbstvertrauen und Perspektive geht.
Ein Blick auf die Tabelle zeigt die Ausgangslage deutlich: Sonthofen rangiert mit 7:17 Punkten auf Platz zehn, Partenkirchen mit 4:20 Punkten auf Rang elf. Beide Mannschaften brauchen dringend Erfolge, um den Anschluss an das untere Mittelfeld nicht endgültig zu verlieren. Gerade für Sonthofen bietet sich die Chance, mit einem Auswärtssieg einen direkten Konkurrenten auf Distanz zu halten.
Nach dem wichtigen 32:29-Heimsieg gegen Weilheim reist Sonthofen mit neuem Selbstvertrauen nach Partenkirchen. Der Erfolg war nicht nur aufgrund der Punkte von enormer Bedeutung, sondern auch wegen der Art und Weise, wie er zustande kam. Trotz personeller Ausfälle zeigte das Team eine geschlossene Leistung, kämpfte über 60 Minuten und bewies in der Schlussphase die nötige Abgeklärtheit.
Marcel Heil betonte unter der Woche, wie wichtig dieser Sieg für die Köpfe gewesen sei:„Man hat gemerkt, dass die Mannschaft wieder an sich glaubt. Aber ein Spiel allein reicht nicht – wir müssen jetzt nachlegen.“
Der TSV Partenkirchen steckt tief im Tabellenkeller fest und hat vor kurzem die Saisonziele angepasst. Nach einer weiteren schweren Verletzung, geht es nur noch darum in ein paar Spielen zu überraschen. Dies schaffte man auch direkt mit dem ersten Sieg in der Bezirksoberliga der Vereinsgeschichte. Am 10.01.2026 gelang der Heimsieg gegen den TSV Weilheim. Dennoch steht nur ein Sieg aus zwölf Spielen auf der Habenseite und spricht somit eine deutliche Sprache. Es wäre aber ein Fehler, die Gastgeber zu unterschätzen. Gerade vor heimischem Publikum zeigt sich Partenkirchen immer wieder kämpferisch und unangenehm zu bespielen.
Auffällig ist, dass viele Partenkirchener Spiele lange offen sind und erst in der zweiten Halbzeit kippen. Genau hier liegt eine der Stärken, aber auch Schwächen der Mannschaft: Intensität und Einsatz stimmen, doch über die volle Spielzeit fehlt oft die Konstanz.
Für Sonthofen heißt das: Geduld bewahren, konzentriert bleiben und sich nicht auf hektische Phasen einlassen.
Die Duelle zwischen Partenkirchen und Sonthofen waren in den vergangenen Jahren selten klare Angelegenheiten. Oft entschieden Kleinigkeiten, Tagesform oder einzelne starke Phasen das Spiel. Auch diesmal ist kein Favorit klar auszumachen – trotz der Tabellenkonstellation.
Sonthofen weiß, dass Auswärtsspiele in Partenkirchen nie einfach sind. Die Halle ist eng, die Atmosphäre intensiv, das Publikum lautstark. Umso wichtiger wird es sein, von Beginn an präsent zu sein.
Wie schon in den vergangenen Wochen bleibt die Personalsituation bei Sonthofen ein zentrales Thema. Der Kader ist weiterhin knapp, Fragezeichen hinter einzelnen Spielern begleiten die Vorbereitung. Positiv ist jedoch, dass die Mannschaft zuletzt bewiesen hat, auch mit begrenzten Mitteln konkurrenzfähig zu sein.
Kapitän Andy Dahm sieht darin sogar eine Chance:„Wir müssen enger zusammenrücken. Jeder weiß, dass er gebraucht wird. Das kann uns als Team stärker machen.“
Unabhängig vom weiteren Saisonverlauf ist dieses Spiel eines der wichtigsten der Hinrunde für beide Teams. Ein Sieg würde Sonthofen Luft im Abstiegskampf verschaffen und den Druck auf die Konkurrenz erhöhen. Eine Niederlage hingegen würde die Situation weiter verschärfen.



