Endspurt im Abstiegskampf: Sonthofen fordert Isar-Loisach
- Laurenz Lakotta

- vor 6 Stunden
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Für den TSV Sonthofen geht die Saison in ihre entscheidende Phase. Am Sonntag um 17 Uhr empfängt die Mannschaft in der heimischen Allgäu-Halle die HSG Isar-Loisach. Drei Spieltage stehen noch aus – und für Sonthofen geht es in dieser Schlussphase um nichts weniger als den Klassenerhalt.
Die Ausgangslage ist klar: Mit 12:26 Punkten rangieren die Allgäuer aktuell auf Platz zehn der Tabelle und befinden sich damit mitten im Abstiegskampf. Die kommenden Wochen versprechen Hochspannung – und beginnen direkt mit einer schweren Aufgabe.
Ein Blick auf die aktuelle Tabelle verdeutlicht die Situation. Während ganz oben die SG Kempten-Kottern weiterhin ungeschlagen ihre Kreise zieht, kämpfen mehrere Teams im unteren Bereich um wichtige Punkte.
Sonthofen liegt derzeit auf Rang zehn, direkt vor dem TSV Partenkirchen, der noch eine kleine Restchance hat, und dem bereits abgestiegenen TSV Herrsching II. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist allerdings nicht weit entfernt – und genau deshalb sind die verbleibenden Spiele von enormer Bedeutung.
Der kommende Gegner aus Isar-Loisach steht mit 22:16 Punkten auf Rang fünf und hat sich im oberen Mittelfeld etabliert. Rein tabellarisch gehen die Gäste damit als Favorit in die Partie.
Dass diese Favoritenrolle durchaus berechtigt ist, zeigte sich bereits unter der Woche. Erst am Dienstagabend trafen beide Mannschaften im Nachholspiel aufeinander –mit dem besseren Ende für Isar-Loisach.
Mit 37:26 setzte sich die HSG in eigener Halle deutlich durch und ließ Sonthofen nur wenige Chancen. Vor allem im Tempospiel und in der Chancenverwertung waren die Gastgeber klar überlegen.
Für Sonthofen war diese Niederlage ein Rückschlag – gleichzeitig aber auch eine wichtige Erfahrung im Hinblick auf das Wiedersehen am Sonntag.
„Wir haben gesehen, wo unsere Probleme lagen“, sagt Marcel Heil. „Das Spiel war deutlich, aber wir haben daraus auch einiges mitgenommen.“
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit 660 geworfenen Toren gehört Isar-Loisach zu den offensivstärksten Teams der Liga. Das Team spielt schnell, nutzt Ballgewinne konsequent aus und verfügt über mehrere gefährliche Rückraumspieler.
Gerade diese Variabilität macht den Gegner schwer auszurechnen. Während manche Teams stark von einzelnen Spielern abhängig sind, verteilt sich die Torgefahr bei Isar-Loisach auf mehrere Schultern.
Für Sonthofen wird es daher entscheidend sein, in der Defensive kompakter zu stehen und die einfachen Gegentore zu vermeiden, die im Nachholspiel noch zu häufig fielen.
Trotz der schwierigen Aufgabe ist die Zielsetzung im Sonthofer Lager klar. Drei Spiele bleiben noch – und jeder Punkt kann am Ende entscheidend sein.
„Wir dürfen jetzt nicht anfangen zu rechnen, aber natürlich wissen wir, wie wichtig die kommenden Spiele sind“, erklärt Marcel Heil. „Realistisch gesehen brauchen wir wahrscheinlich mindestens zwei Siege aus den letzten drei Spielen.“
Das wäre ein wichtiger Schritt, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu sichern.
Allerdings hat es der Spielplan noch einmal in sich. Nach dem Heimspiel gegen Isar-Loisach wartet auswärts die Reise zur HSG Würm-Mitte, einem der stärksten Teams der Liga.
„Das wird extrem schwierig“, sagt Heil offen. „Würm-Mitte gehört zu den Topmannschaften der Liga. Aber im Handball ist immer alles möglich.“
Den Abschluss der Saison bildet schließlich ein Heimspiel gegen den TSV Landsberg – ein Gegner, der aktuell ebenfalls im oberen Tabellenbereich steht.
Gerade dieses letzte Spiel könnte noch einmal entscheidend werden.
„Es kann gut sein, dass sich alles am letzten Spieltag entscheidet“, meint Heil. „Und wenn es so kommt, wollen wir in einer Situation sein, in der wir es noch selbst in der Hand haben.“
Zunächst gilt der Fokus jedoch dem kommenden Sonntag. Vor eigenem Publikum möchte Sonthofen ein anderes Gesicht zeigen als noch im Spiel unter der Woche.
Die Mannschaft hofft dabei auch auf die Unterstützung der Zuschauer in der Allgäu-Halle. Gerade in engen Spielen kann die Stimmung von den Rängen zusätzliche Energie geben.
„Zu Hause spielen wir oft mutiger“, sagt Heil. „Wenn wir unsere Leistung abrufen und defensiv stabiler stehen, können wir auch gegen eine starke Mannschaft wie Isar-Loisach bestehen.“
Ein zentraler Punkt wird dabei die Abwehrarbeit sein. In der bisherigen Saison kassierte Sonthofen bereits 592 Gegentore – ein Wert, der deutlich zeigt, wo die Mannschaft ansetzen muss.
Gerade gegen ein offensivstarkes Team wie Isar-Loisach wird es darauf ankommen, kompakt zu verteidigen, Würfe aus ungünstigen Positionen zu erzwingen und Ballverluste im Angriff zu vermeiden.
Wenn dies gelingt, könnte das Spiel deutlich enger verlaufen als noch im Nachholspiel unter der Woche.
In der aktuellen Situation kommt es nicht nur auf taktische Details an. Vielmehr wird es darum gehen, als Mannschaft geschlossen aufzutreten und sich auch in schwierigen Phasen gegenseitig zu unterstützen.
Gerade im Abstiegskampf sind Mentalität, Einsatz und Zusammenhalt oft entscheidende Faktoren.
Die Sonthofer Mannschaft hat in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt, dass sie in der Lage ist, auch unter Druck gute Leistungen abzurufen.
Auch wenn die Rollen auf dem Papier klar verteilt sind, rechnet im Sonthofer Lager niemand mit einer einfachen Partie für die Gäste. Zu oft hat die Liga in dieser Saison bewiesen, dass Überraschungen jederzeit möglich sind.


