Abstiegskrimi daheim: Sonthofen unter Zugzwang!
- Laurenz Lakotta

- vor 3 Tagen
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Am Sonntag um 17 Uhr steht für den TSV Sonthofen ein richtungsweisendes Heimspiel auf dem Programm. In der heimischen Allgäu-Halle empfängt der Tabellenzehnte den Tabellenletzten TSV Herrsching II. Es ist eine Partie, die im Saisonverlauf an Bedeutung kaum zu überbieten ist – für beide Mannschaften geht es um weit mehr als nur zwei Punkte.
Nach 17 absolvierten Begegnungen steht Sonthofen bei 10:24 Punkten und belegt Rang zehn und somit auf einem Abstiegsrang. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt allerdings nur ein Punkt und 3 Punkte auf die SG Kaufbeuren/Neugablonz. Gleichzeitig wächst der Druck von Spiel zu Spiel. Herrsching II bildet mit 4:30 Punkten das Tabellenende, ist rechnerisch aber noch nicht abgestiegen, wenn es aber auch nur noch theoretische Chancen gibt.
Gerade vor diesem Hintergrund wird deutlich: Für Sonthofen zählt am Sonntag nur ein Sieg. Ein weiteres Abrutschen in der Tabelle soll unbedingt vermieden werden.
Die jüngsten Wochen verliefen für die Allgäuer alles andere als ideal. Zuletzt auch das klare 22:29 in Fürstenfeldbruck, haben Spuren hinterlassen. Dennoch sieht man im Sonthofer Lager durchaus Ansatzpunkte für Optimismus.
„Wir haben in den letzten Spielen gesehen, dass wir mithalten können, aber wir müssen das über 60 Minuten konsequent machen“, sagt Marcel Heil. „Gegen Herrsching dürfen wir uns keine Schwächephase erlauben.“
Ein Blick auf die nackten Zahlen spricht zwar klar für Sonthofen, doch Vorsicht ist geboten. Herrsching II hat in dieser Saison zwar erst zwei Siege eingefahren, präsentierte sich aber mehrfach kämpferisch und unbequem. Vor allem das junge, laufstarke Team lebt von Tempo und Unbekümmertheit.
„Der Tabellenplatz sagt nicht alles“, warnt Ralf Günter. „Herrsching hat nichts zu verlieren. Wenn wir nicht von Anfang an da sind, kann das ganz schnell unangenehm werden.“
Das Hinspiel konnte Herrsching knapp mit 29:27 für sich entscheiden.
Ein zentrales Thema unter der Woche war die Abwehrarbeit. Mit bereits 525 Gegentoren gehört Sonthofen defensiv zu den anfälligeren Teams der Liga. Genau hier soll gegen Herrsching angesetzt werden.
„Wir müssen wieder kompakter stehen und uns gegenseitig besser helfen“, fordert Aleks Italo. „Wenn wir einfache Gegentore vermeiden, kommt unser Angriffsspiel automatisch besser zur Geltung.“
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Umschaltspiel. In den vergangenen Partien kassierte Sonthofen zu viele Gegentore nach Ballverlusten. Gegen eine junge Herrschinger Mannschaft, die genau davon lebt, könnte das entscheidend sein.
Gleichzeitig will man im Angriff geduldiger agieren und die eigenen Chancen konsequenter nutzen. Gerade im Positionsspiel sieht das Trainerteam noch deutliches Steigerungspotenzial.
Die Allgäu-Halle könnte am Sonntag zu einem wichtigen Faktor werden. In der Vergangenheit zeigte Sonthofen vor heimischem Publikum immer wieder starke Auftritte, auch gegen nominell stärkere Gegner.
„Zu Hause müssen wir ein anderes Gesicht zeigen“, betont Marcel Heil.
Die Zielsetzung für Sonntag ist eindeutig: Zwei Punkte müssen her. Alles andere würde die Situation weiter verschärfen und den Druck für die verbleibenden Saisonspiele erhöhen.
„Es geht jetzt nicht mehr um schöne Spiele“, sagt Ralf Günter. „Es geht um Punkte, um Einsatz und um Zusammenhalt.“
Ob der Befreiungsschlag gelingt, wird sich am Sonntag ab 17 Uhr zeigen – die Voraussetzungen für ein intensives, umkämpftes Spiel sind jedenfalls gegeben.

