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Mit 8 Feldspielern ins Wunder – Sonthofen kämpft sich in Gilching von -9 fast zum Sieg

  • Autorenbild: Laurenz Lakotta
    Laurenz Lakotta
  • 21. Okt.
  • 3 Min. Lesezeit

Am Samstagabend um 18 Uhr trat der TSV Sonthofen beim TSV Gilching an – unter schwierigsten Voraussetzungen. Mit gerade einmal acht Feldspielern und zwei Torhütern musste Trainer Cristian Savlovschi improvisieren, während die Gastgeber aus Gilching mit einem vollen 15-Mann-Kader aufliefen.Trotz aller Widrigkeiten bot Sonthofen eine couragierte Leistung und kämpfte sich nach einem zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstand (21:12) sensationell zurück ins Spiel, ehe am Ende beim 34:32 (17:12) doch die Kräfte schwanden.


Die Vorzeichen standen alles andere als gut. Sowohl Jonas Keleminic als auch Sean Pauw gingen angeschlagen und leicht erkältet in die Partie, weshalb das Abschlusstraining am Freitag sogar gestrichen werden musste.Spontan sprangen Laurenz Lakotta, Cemal Gündogdu und Alex Gladyschew ein, um überhaupt spielfähig zu sein.Zudem feierte Kreisläufer Matei Serban – ein alter Weggefährte von Coach Savlovschi – sein Debüt im Sonthofer Trikot und soll das Team künftig punktuell unterstützen.

„Wir wussten, dass es brutal wird. Acht Feldspieler, zwei Kranke, keine Rotation – das ist eigentlich Wahnsinn. Aber was die Jungs dann geliefert haben, war einfach nur stark. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“, so Trainer Cristian Savlovschi nach dem Spiel.


Beide Teams fanden nur schleppend in die Partie. Die Abwehrreihen standen eng, es gab viele technische Fehler auf beiden Seiten. Doch während Sonthofen seine Chancen liegen ließ, drehte bei Gilching Vladimir Dimic auf – der Regisseur und Rückraumshooter der Gastgeber war kaum zu stoppen.So lief Sonthofen fast durchgehend einem Rückstand hinterher, konnte sich aber spielerisch im Verlauf der ersten Halbzeit steigern.

„Wir haben nicht gut verteidigt, und vorne zu viele einfache Bälle vergeben. Da war mehr drin,“ meinte Kapitän Andy Dahm.Zur Pause lag Sonthofen mit 17:12 zurück – ein Rückstand, der aufgrund der vergebenen Siebenmeter und ausgelassenen Chancen fast schmeichelhaft war.


Die zweite Halbzeit begann denkbar schlecht: Innerhalb von fünf Minuten kassierte Sonthofen vier Gegentore, während im Angriff kaum noch etwas funktionierte. Nach 35 Minuten stand es 21:12 – die Partie schien entschieden.

Doch dann zeigte die Savlovschi-Truppe Herz, Moral und unbändigen Willen.Die Abwehr stand nun kompakter, Torhüter Alex Gladyschew avancierte zum Rückhalt und entschärfte mehrere freie Würfe. Im Angriff fanden die Allgäuer endlich Lösungen – Marcel Heil und Redzo Kahric trafen aus dem Rückraum immer wieder sehenswert, und über kluges Anspiel fand auch der neue Kreisläufer Matei Serban zunehmend Räume.

„Alex hat hinten das Tor vernagelt – das war der Wendepunkt. Wir haben plötzlich an uns geglaubt, jeder hat gefightet. Das war pure Emotion.“, so Heil, der selbst 12 Treffer beisteuerte.

Auch Redzo Kahric, einer der Aktivposten in der Offensive, lobte den Teamgeist:„Wir waren platt, aber keiner hat aufgegeben.“

Als Sebastian Mende nach einer harten Aktion die Rote Karte sah, witterte Sonthofen plötzlich Morgenluft. Die Defensive stand wie ein Bollwerk, vorne trafen Heil und Kahric fast nach Belieben.Nach 53 Minuten dann der emotionale Höhepunkt: Ausgleich zum 27:27 – das Unmögliche war geschafft.

Doch die Kräfte ließen nach. Eine unglückliche dritte Zeitstrafe gegen Cemal Gündogdu zwang Sonthofen in Unterzahl, und Gilching nutzte dies eiskalt aus. Über 1-gegen-1-Aktionen und einfache Durchbrüche setzten sich die Hausherren wieder auf drei Tore ab.

Trotzdem kam Sonthofen noch einmal heran: Zwei Minuten vor Schluss stand es nur noch 33:32, aber der nächste Angriff konnte nicht erfolgreich gestaltet werden und im Gegenzug erzielte Gilching das 34:32.


Am Ende stand zwar keine Belohnung in Form von Punkten, aber eine Leistung, die im Sonthofer Lager für viel Stolz sorgte.„Das war Kampf pur. Wir haben alles rausgehauen, was ging. Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir so nah dran waren, aber das war ein Spiel, auf dem wir aufbauen können.“, sagte Kapitän Andy Dahm nach dem Schlusspfiff.

Trainer Savlovschi fand ebenfalls versöhnliche Worte:„Wir haben verloren, ja – aber wir haben Charakter gewonnen. Wenn du mit so einer Rumpftruppe nach Gilching fährst, 21:12 hinten liegst und dann fast noch gewinnst, sagt das alles über diese Mannschaft.“


Die Sonthofer Handballer mussten sich am Ende knapp geschlagen geben, doch die Leistung in Gilching hat gezeigt, dass die Mannschaft lebt – trotz Verletzungen, Krankheiten und Ausfällen.

Mit dieser Einstellung dürfte der TSV Sonthofen auch in den kommenden Spielen wieder unangenehm zu bespielen sein – und sobald der Kader wieder breiter aufgestellt ist, sollten auch die Punkte zurückkehren.

 
 
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