Schwache Phase entscheidet Sonthofens Auswärtsspiel
- Laurenz Lakotta

- 16. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Der TSV Sonthofen hat seine schwierige Auswärtspartie beim TSV Landsberg deutlich verloren. Am Samstagabend unterlagen die Oberallgäuer vor rund 300 Zuschauern mit 30:36 (14:22) und mussten damit die nächste Niederlage im Kampf um wichtige Punkte hinnehmen. Bereits zur Halbzeit war die Partie aus Sicht der Sonthofer praktisch entschieden.
Dabei begann das Spiel zunächst ausgeglichen. Sonthofen zeigte in den ersten Minuten, dass man sich trotz der klaren Außenseiterrolle nicht kampflos ergeben wollte. Treffer von Marcel Heil und Sean Pauw sorgten dafür, dass die Gäste bis zum 7:7 (9. Minute) auf Augenhöhe blieben. In dieser Phase nutzte Sonthofen konsequent die sich bietenden Räume und spielte mutig nach vorne.
Doch schon früh deutete sich an, wo der Unterschied an diesem Abend liegen sollte. Landsberg fand zunehmend besser ins Spiel, erhöhte das Tempo und stellte die Sonthofer Defensive immer wieder vor große Probleme. Vor allem Kai Roth, Johannes Kauter und Robin Ontl nutzten jede Unachtsamkeit konsequent aus. Während Sonthofen zunehmend Schwierigkeiten hatte, klare Abschlüsse zu erspielen, kam Landsberg immer häufiger über das Tempospiel zu einfachen Toren.
Ein erster Knackpunkt folgte zwischen der 12. und 18. Minute. Innerhalb weniger Minuten zog Landsberg von 9:7 auf 14:10 davon. Zwar versuchte Trainer Cristian Savlovschi mit einer Auszeit gegenzusteuern, doch die gewünschte Stabilität stellte sich nicht ein. Technische Fehler, ausgelassene Siebenmeter und fehlende Abstimmung in der Abwehr luden die Gastgeber regelrecht zu weiteren Treffern ein.
Bis zur Pause baute Landsberg seinen Vorsprung konsequent aus. Besonders bitter für Sonthofen: In den Schlussminuten der ersten Halbzeit verlor man komplett den Zugriff auf das Spiel. Landsberg nutzte jede Überzahlsituation eiskalt, traf mehrfach vom Siebenmeterpunkt und ging mit einer 22:14-Führung in die Kabine. Ein Rückstand, der die Kräfteverhältnisse an diesem Abend klar widerspiegelte.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst kaum. Landsberg blieb spielbestimmend, agierte abgeklärt und ließ den Ball sicher laufen. Sonthofen versuchte zwar, über Kampf und Moral zurück ins Spiel zu finden, doch jeder kleine Hoffnungsschimmer wurde postwendend von der Landsberger Offensive zunichtegemacht. Beim Stand von 27:19 nach 40 Minuten war die Vorentscheidung endgültig gefallen.
Trotzdem gab sich der TSV Sonthofen nicht auf. In der Schlussviertelstunde zeigten die Gäste Moral und betrieben zumindest Ergebniskosmetik. Angeführt von Marcel Heil, Sean Pauw und den beiden Italo-Brüdern gelangen noch einige schön herausgespielte Treffer. Auch Jonas Keleminic und Michael Wohlfahrt konnten sich in dieser Phase in die Torschützenliste eintragen.
Am Ende blieb jedoch eine klare 36:30-Niederlage, bei der vor allem die schwache erste Halbzeit den Ausschlag gab. Landsberg zeigte über weite Strecken, warum man zu den offensivstärksten Teams der Liga zählt und bestätigte mit nun 12:10 Punkten seinen Platz im Tabellenmittelfeld. Sonthofen rutscht dagegen mit 5:15 Punkten weiter in den unteren Tabellenbereich ab.
Trainer Cristian Savlovschi zeigte sich nach der Partie selbstkritisch:„Wir haben die ersten zehn Minuten ordentlich gespielt, aber danach komplett den Faden verloren. In der Abwehr waren wir zu passiv und vorne haben wir zu viele einfache Fehler gemacht. Gegen eine Mannschaft wie Landsberg wirst du dafür sofort bestraft.“
Auch Kapitän Andy Dahm fand deutliche Worte:„Mit 8 Toren Rückstand zur Halbzeit kannst du auswärts kaum noch etwas holen. Positiv ist, dass wir uns nicht hängen lassen haben, aber insgesamt war das einfach zu wenig.“
Mit Blick auf die Tabelle wird die Lage für den TSV Sonthofen zunehmend ernst. Die Konkurrenz punktet regelmäßig, während die Allgäuer weiter auf der Stelle treten. In den kommenden Spielen wird es darauf ankommen, vor allem defensiv wieder deutlich kompakter zu stehen und über 60 Minuten konzentriert zu agieren.
Trotz der erneuten Niederlage bleibt die Erkenntnis, dass Sonthofen spielerisch durchaus mithalten kann – allerdings nur phasenweise. Will man im Abstiegskampf bestehen, müssen diese Phasen deutlich verlängert werden.


