TSV fordert Spitzenreiter Kempten – klare Niederlage
- Laurenz Lakotta

- 13. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Eine erwartete, aber in der Höhe deutliche Niederlage kassierte der TSV Sonthofen im Auswärtsspiel bei der SG Kempten-Kottern. Die Gastgeber zeigten ihre Klasse und setzten sich souverän mit 44:25 (23:11) durch.
Mit inzwischen 24:0 Punkten und einem sagenhaften Torverhältnis von 455:295 sind die Allgäuer aus Kempten weiter ohne Punktverlust an der Spitze der Bezirksoberliga Alpenvorland.Sonthofen dagegen bleibt mit 5:17 Punkten auf Tabellenplatz 10, zeigt aber auch hier und da Ansätze, die Mut auf bessere Tage machen.
„Kempten war heute einfach einen Schritt schneller, cleverer und in jeder Phase abgeklärter“, analysierte Sonthofens Kapitän Andy Dahm nach dem Spiel. „Wir wollten dagegenhalten, aber das Tempo und die Präzision der Heimmannschaft war heute unser Limit.“
In der Winterpause hatten sich Trainer Cristian Savlovschi und der TSV geeinigt in der Zukunft getrennte Wege zu gehen. Für ihn übernahm interimsweise Alex Gladyschew.
Die ersten Minuten verliefen beim Aufeinandertreffen noch erstaunlich ausgeglichen. Sonthofen begann konzentriert, suchte seine Räume im Angriff und zeigte eine ordentliche Defensive. Zwar ging Kempten früh in Führung, doch die Gäste hielten mit und zeigten Effizienz über schnelle Abschlüsse.
Erste kleine Vorentscheidungssignale kamen um die 10. Minute (7:3). Kempten spielte ein präzises, schnelles Tempospiel, nutzte die Breite des Kaders und forcierte Bälle über klare Anspiele an den Kreis sowie variable Rückraumaktionen. Während Kempten auf höchsten Touren lief, merkte man Sonthofen die konditionelle Lücke an.
„Wir wussten, dass wir laufen müssen, um dieses Spiel offen zu halten. Doch Kempten setzte uns in der Abwehr schon früh unter Druck“
Sonthofen konnte nochmal auf 9:6 verkürzen, doch dann übernahm wieder Kempten mit 5 Treffern in Folge. Sonthofen hatte in der Abwehr immer wieder Probleme, die Schnittstellen zu schließen, und im Angriff fehlte meist der letzte Zug zum Tor, wenn man einmal durchbrechen konnte.
Mit einem deutlichen 23:11-Halbzeitstand war die Partie praktisch entschieden – und das bereits zur Pause. Die statistische Dominanz der Gastgeber spiegelte sich in allen Belangen wider: schnellere Ballgewinne, bessere Abschlussquoten und weniger technische Fehler.
„Die ersten 30 Minuten waren einfach nicht gut genug von uns“, resümierte Kapitän Dahm. „Wenn du gegen so einen Gegner hinten die Räume offenlässt, wird das gnadenlos bestraft.“
Auch nach der Pause blieb Kempten souverän. Zwar zeigte Sonthofen erneut Einsatz und Kampfgeist, doch der Struktur und Spielfluss der Gastgeber war an diesem Tag nichts entgegenzusetzen. Kempten nutzte nahezu jeden Fehler, spielte schnell nach vorne und setzte sich über einfache Ballgewinne immer weiter ab.
Im Angriff kombinierte der Spitzenreiter druckvoll und variabel, zog Lücken mit Zug zum Tor und zwang Sonthofen zu vielen individuellen Absicherungen, die wiederum Räume für Kemptens schnelle Außenspieler öffneten.
Bis zur 40. Minute wuchs der Vorsprung kontinuierlich, und beim Stand von 30:19 (40.) war klar: Heute wird Sonthofen kaum noch etwas entgegenzusetzen haben, ohne dass dies den Gastgebern wehtat.
Doch anstatt zu resignieren, kämpften die Gäste weiter.
„Wir haben bis zum Ende versucht, uns aufzubäumen“, sagte Alex Gladyschew. „Die zweite Halbzeit war in Ordnung, aber von der Intensität der ersten Halbzeit konnten wir nie wieder ganz anknüpfen.“
Mit dem 44:25-Erfolg bleibt Kempten ohne Verlustpunkt an der Spitze und unterstreicht eindrucksvoll seinen Anspruch auf den Aufstieg. Die Leistung des Tabellenführers ist in dieser Saison beeindruckend: Hohe Effizienz im Angriff, starke Abwehrverbünde und kaum schwache Phasen.
Sonthofen steht mit 5:17 Punkten weiter am Tabellenende, hat aber auch Wettkampfpraxis gegen Topteams gesammelt, die sich in den kommenden Wochen auszahlen könnte – wenn das Team an den Erkenntnissen und Stabilität gewinnt.
„Gegen die Spitzenteams haben wir gesehen, wo unsere Grenzen sind“, so Dahm. „Aber wir dürfen uns davon nicht runterziehen lassen. Wir müssen aus diesen Spielen lernen, um die wichtigen Partien gegen direkte Konkurrenten zu gewinnen.“
„Heute war ein harter Abend. Aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Diese Jungs haben Potenzial. Jetzt geht es darum, in den nächsten Wochen Konstanz und Mut reinzubringen.“


