Heimspiel gegen die SG Kaufbeuren/Neugablonz
- Fabian Hofmann

- 10. Okt.
- 3 Min. Lesezeit
Am kommenden Sonntag um 17 Uhr steht in der Allgäu-Sporthalle das nächste Highlight der Bezirksoberliga an: Der TSV Sonthofen empfängt die SG Kaufbeuren/Neugablonz zum Allgäu-Derby. Nach dem umkämpften 34:32-Erfolg über Aufsteiger Partenkirchen wollen die Schützlinge von Trainer Cristian Savlovschi auch gegen den Nachbarn aus dem Ostallgäu nachlegen und den Aufwärtstrend bestätigen.
Beide Teams stehen mit 2:4 Punkten im Tabellenmittelfeld, getrennt nur durch das Torverhältnis – Sonthofen auf Platz sieben, Kaufbeuren direkt dahinter auf Rang acht. Ein Duell also auf Augenhöhe, bei dem nicht nur Punkte, sondern auchEmotionen eine große Rolle spielen. Denn wenn diese beiden Mannschaften aufeinandertreffen, geht es immer heiß her. Das zeigen auch die Ergebnisse aus der vergangenen Saison: Das Hinspiel in Kaufbeuren endete 30:30-Unentschieden, das Rückspiel in Sonthofen gewann der TSV hauchdünn mit 26:25. Beide Partien waren geprägt von intensiven Zweikämpfen und hochkochenden Emotionen.
„Wir wissen, was uns erwartet“, betont Abteilungsleiter Laurenz Lakotta. „Kaufbeuren wird mit allem, was sie haben, kommen. Das ist ein Spiel, das keiner verlieren will.“ Auch wenn es noch früh in der Saison ist, ist der sportliche Wert schon sehrhoch, es geht um wichtige Punkte gegen den Abstieg.
Allerdings verlief die Vorbereitung auf Sonthofer Seite alles andere als optimal. „Unter der Woche konnten wir nur eingeschränkt trainieren“, berichtet Trainer Cristian Savlovschi. „Viele Spieler waren angeschlagen oder mussten verletzungsbedingt pausieren.“ Besonders schmerzlich: Hinter mehreren Stammkräften steht noch ein Fragezeichen. Dennoch blickt Savlovschi zuversichtlich nach vorn. „Wir haben gegen Partenkirchen gezeigt, dass wir als Mannschaft funktionieren. Wenn wir wieder geschlossen auftreten und unseren Kampfgeist auf die Platte bringen, ist alles möglich.“
Dass der TSV trotz seiner Personalprobleme im Aufwind ist, war zuletzt deutlich zu spüren. Nach dem missglückten Saisonstart gegen Kempten (32:42) und der Spielabsage gegen Weilheim zeigte die Mannschaft im letzten Heimspiel Moral, Leidenschaft und Spielfreude. Angeführt von einem starken Marcel Heil und Redzo Kahric gelang ein verdienter Sieg, der das Selbstvertrauen zurückgebracht hat. „Das war ein ganz wichtiger Schritt“, erklärt Lakotta. „Aber wir dürfen uns davon nicht blenden lassen. Gegen Kaufbeuren wartet eine ganz andere Hausnummer.“
Die Gäste aus Kaufbeuren haben bisher ein ähnliches Bild abgegeben: Starke Phasen wechseln sich mit Schwächeperioden ab. Unter der Regie ihres erfahrenen Trainerteams setzen sie auf eine körperlich robuste Spielweise und schnelle Umschaltaktionen. Vor allem im Rückraum verfügen sie über gefährliche Schützen, die auch aus der Distanz treffen können. „Wir dürfen ihnen nicht zu viel Raum geben“, mahnt Savlovschi. „Wenn wir in der Abwehr kompakt stehen und das Tempo kontrollieren, haben wir gute Chancen.“
Neben der taktischen Komponente spielt im Derby aber auch die mentale Haltung eine zentrale Rolle. „In solchen Spielen entscheidet oft der Kopf“, weiß Routinier Ralf Günter. „Wer kühler bleibt, wer sich nicht provozieren lässt und seine Linie hält, der hat am Ende die Nase vorn.“
Günter hatte bereits nach dem letzten Heimsieg eine klare Botschaft an seine Mitspieler gesendet. Diese Einstellung soll nun auch gegen Kaufbeuren gelten – Kampfgeist, Teamzusammenhalt und Leidenschaft als Basis für den nächsten Erfolg.
Nicht zuletzt hoffen die Sonthofer auch wieder auf die Unterstützung ihres Publikums. „Das kann die Mannschaft tragen. Wir hoffen, dass die Fans am Sonntag wieder kommen und für eine besondere Atmosphäre sorgen.“
Auch wenn beide Teams derzeit eher im unteren Mittelfeld rangieren, steckt in dieser Partie alles, was ein echtes Derby braucht: Tradition, Emotion und sportliche Brisanz. Für Sonthofen bietet das Spiel die Möglichkeit, die ausgeglichene Bilanz in einen positiven Trend zu verwandeln und sich weiter nach oben zu orientieren.
„Wir wissen, dass das ein ganz enges Ding wird“, sagt Savlovschi abschließend. „Aber wir sind bereit. Wenn wir das Herz auf der Platte lassen, dann holen wir die Punkte hier in Sonthofen.“



