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Schwache erste Halbzeit kostet Sonthofen Heimchance

  • Autorenbild: Laurenz Lakotta
    Laurenz Lakotta
  • 9. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Der TSV Sonthofen hat am Samstagabend eine klare Heimniederlage hinnehmen müssen. Gegen die favorisierte HSG Würm-Mitte setzte es in der Allgäu-Sporthalle ein deutliches 28:39 (10:19). Zwar war der Tabellendritte aus München erneut individuell stark besetzt, doch angesichts mehrerer Ausfälle bei den Gästen war die Hoffnung da, die Partie länger offenhalten zu können. Diese Hoffnung zerschlug sich jedoch früh – vor allem wegen einer aus Sonthofer Sicht enttäuschenden ersten Halbzeit. Sonthofen musste dabei auf Kapitän Andy Dahm verzichten.

Schon in den Anfangsminuten wurde deutlich, dass die Allgäuer nicht an ihre zuletzt guten Leistungen anknüpfen konnten. Würm-Mitte agierte konzentriert, zielstrebig und variabel, während Sonthofen im Angriff kaum Struktur fand. Zahlreiche technische Fehler, überhastete Abschlüsse und ein insgesamt zu passives Spiel gegen die kompakte Gästeabwehr führten dazu, dass der Favorit schon früh davonziehen konnte. Nach knapp einer Viertelstunde lag der TSV bereits mit 5:10 zurück – ein Rückstand, der die Verunsicherung noch größer machte.

Trainer Cristian Savlovschi versuchte gegenzusteuern und nahm die erste Auszeit. Doch auch danach fand seine Mannschaft keinen Zugriff. Während Würm-Mitte trotz eigener Personalprobleme – gleich mehrere Stammspieler konnten nicht mitwirken – abgeklärt und mit hoher Konsequenz agierte, blieb Sonthofen fahrig. In der Abwehr stimmte der Zugriff nicht, immer wieder kam der Rückraum der Gäste frei zum Abschluss oder fand die Lücken für Kreisanspiele. Dazu kamen einige unglückliche Würfe auf Sonthofer Seite, die vom starken Gästetorhüter entschärft wurden.

So wuchs der Abstand kontinuierlich an. Beim 9:16 (25.) war das Spiel bereits deutlich in Richtung Würm-Mitte gekippt, und mit dem 10:19-Halbzeitstand war die Begegnung praktisch entschieden. „Wir haben uns in der ersten Hälfte hängen lassen. Da war zu wenig Widerstand, zu wenig Körpersprache, zu wenig Struktur“, bilanzierte Marcel Heil nach dem Spiel selbstkritisch. „Gegen Würm-Mitte kann man verlieren, keine Frage. Aber so dürfen wir uns nicht präsentieren.“

Im zweiten Durchgang zeigte Sonthofen immerhin eine verbesserte Einstellung. Die Abwehr arbeitete kompakter, das Umschaltspiel funktionierte in einigen Phasen besser und auch im Positionsangriff fanden die Allgäuer nun häufiger Lösungen. Würm-Mitte blieb jedoch jederzeit Herr der Lage und ließ den Abstand nie wirklich schrumpfen. Zwischenzeitlich kam der TSV zwar auf acht Treffer heran, doch näher sollte er nicht mehr kommen.

Besonders bitter: Würm-Mitte war ersatzgeschwächt angereist und hatte im Gegensatz zu früheren Spielen nur eine schmalere Wechselbank zur Verfügung. Umso größer war der Ärger darüber, dass Sonthofen nicht mehr aus dieser Situation machen konnte. „Wir hatten die Chance, ein Spiel offen zu gestalten, das auf dem Papier eigentlich schwer für uns ist“, so Trainer Savlovschi. „Mit einer energischen ersten Halbzeit wäre das möglich gewesen. Aber diese haben wir komplett verschlafen.“

Einziger Lichtblick auf Sonthofer Seite war der zweite Abschnitt, in dem die Mannschaft zumindest phasenweise zeigte, wozu sie in der Lage ist. Spielerisch blieb die Leistung aber insgesamt zu fehleranfällig. Zu oft fehlte das Tempo, der notwendige Druck aus dem Rückraum und das Timing im Zusammenspiel mit dem Kreis.

Am Ende stand ein verdienter Erfolg für die Gäste, die mit dem Sieg ihren dritten Tabellenplatz festigen konnten und auf 16:6 Punkte anwuchsen. Sonthofen hingegen bleibt mit nun 5:13 Punkten im unteren Tabellendrittel stecken. Der Abstand auf die direkten Konkurrenten bleibt überschaubar, doch die Mannschaft weiß, dass sie dringend wieder Stabilität und Konstanz benötigt, um Anschluss ans Mittelfeld halten zu können.

Für den TSV steht nun eine wichtige Trainingswoche an. Das Team muss nicht nur körperlich regenerieren, sondern vor allem mentale Frische zurückgewinnen. Die nächste Partie gegen Landsberg wird richtungsweisend: „Wir müssen wieder als Einheit auftreten. Die Leistung der ersten Halbzeit darf sich nicht wiederholen“, appellierte Heil zum Abschluss.

Fest steht: Gegen Topteams wie Würm-Mitte zu verlieren ist kein Beinbruch. Aber die Art und Weise, wie die Sonthofer die erste Hälfte aus der Hand gaben, soll und muss ein Weckruf sein. Die Qualität, um in der Liga mitzuhalten, ist vorhanden – nun gilt es, sie wieder über 60 Minuten abzurufen.

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