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Sonthofen scheitert knapp am Oberliga-Powerpaket

  • Autorenbild: Laurenz Lakotta
    Laurenz Lakotta
  • 18. Nov.
  • 3 Min. Lesezeit

Der TSV Sonthofen hat das schwere Auswärtsspiel beim TSV Herrsching II knapp mit 27:29 verloren. Dabei zeigte die Mannschaft von Trainer Cristian Savlovschi eine leidenschaftliche Leistung, musste sich am Ende jedoch der wohl stärksten Herrschinger Aufstellung der bisherigen Saison geschlagen geben. Die Gastgeber hatten gleich vier Spieler aus ihrer Oberligamannschaft im Kader – eine Qualität, die man in der Bezirksoberliga selten zu sehen bekommt.

„Das war heute ein Oberligakader auf der anderen Seite. Dass wir da bis in die Schlussminuten auf Augenhöhe spielen – darauf können wir stolz sein“, fasste Kapitän Andy Dahm die Partie zusammen.

Für Sonthofen standen die Vorzeichen bereits vor Anpfiff ungünstig, Dalibor Italo fehlte weiterhin gesperrt.

Fabian Hofmann ist nach seiner Verletzung noch nicht einsatzfähig.

Damit fehlten dem TSV zwei wichtige Spieler. Herrsching hingegen war nahezu übervoll besetzt und trat wohl so stark an wie noch nie in dieser Saison – „Und ausgerechnet gegen uns“, wie Dahm mit einem Schmunzeln bemerkte.

Der Beginn gehörte klar den Gastgebern. Herrsching setzte auf viel Tempo, konsequente Eins-gegen-Eins-Situationen und wuchtige Rückraumwürfe. Sonthofen brauchte ein paar Minuten, um sich defensiv zu stabilisieren.

Nach einem 4:1-Start der Hausherren fing sich der TSV jedoch und fand insbesondere über Redzo Kahric und Marcel Heil immer besser ins Spiel.

In der 17. Minute gelang der verdiente 9:9-Ausgleich – ein erster Beweis dafür, dass sich Sonthofen nicht von Namen und individueller Stärke beeindrucken ließ.

„Wir haben uns in die Partie reingebissen“, sagte Trainer Savlovschi. „Nach dem schlechten Start haben die Jungs defensiv richtig zugelegt.“

Trotz der Aufholjagd schafften es die Allgäuer nicht, in Führung zu gehen. Herrsching legte stets ein bis zwei Treffer vor und ging mit 18:14 in die Pause.

Der Auftakt zur zweiten Halbzeit verlief schwierig: Herrsching erhöhte den Druck noch einmal, profitierte von der individuellen Klasse der Oberliga-Akteure und ging nach 36 Minuten mit 22:18 in Führung.

Doch Sonthofen gab nicht auf. Wieder kämpfte sich das Team zurück – trotz der dritten Zeitstrafe für Marcel Heil, der damit früh ausschied und im Angriff wie in der Abwehr schmerzlich fehlte.

Nach 45 Minuten lagen die Oberbayern weiterhin mit 24:21 vorn, doch Sonthofen kämpfte sich Schritt für Schritt heran. Die Defensive stand stabiler, im Angriff übernahm besonders Kahric Verantwortung.

In der 53. Minute war der TSV zurück: 26:26 – ein emotionaler Höhepunkt und der Moment, in dem das Spiel kurz kippen konnte.

„Wir hatten sie da“, sagte Rückraumspieler Marcel Heil später. „Aber dieser Kraftaufwand, dieses ständige Hinterherlaufen – das kostet brutal Energie.“

Und genau diese fehlte in den entscheidenden Minuten: Herrsching nutzte zwei Sonthofer Fehlwürfe eiskalt aus, legte drei schnelle Tore nach und stellte auf 29:26.

Erst in der Schlussminute verkürzte Sonthofen noch einmal, doch das reichte nicht mehr, um den Gastgeber ernsthaft unter Druck zu setzen.

„Das war heute eine geschlossene Teamleistung. Jeder hat alles gegeben.“

Besonders die kämpferische Einstellung hob auch Dahm hervor:

„Wir hätten heute auch mit sechs, sieben Toren verlieren können. Aber wir haben hier gezeigt, dass wir Charakter haben.“

Mit nun 5:9 Punkten bleibt Sonthofen zwar im unteren Tabellendrittel, doch die Leistung in Herrsching sollte Mut machen.

„Wenn wir so auftreten wie heute – dann holen wir unsere Punkte“, betonte Savlovschi. „Wir haben gegen eine starke Herrschinger Mannschaft auswärts nur knapp verloren. Das nehmen wir mit.“

Die Mannschaft zeigte trotz personeller Ausfälle eine sehr kompakte Vorstellung, blieb über weite Strecken diszipliniert und kämpfte sich mehrfach beeindruckend zurück.

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