Vorbericht Heimspiel TSV Patenkirchen
- Fabian Hofmann

- 2. Okt.
- 3 Min. Lesezeit
Für die Handballer des TSV Sonthofen steht am Sonntag ein ganz besonderes Spiel auf dem Programm. Um 16:30 Uhr empfängt der TSV in der heimischen Allgäu Halle den TSV Partenkirchen – das Duell der beiden südlichsten Handballvereine Deutschlands. Schon dieser geografische Aspekt macht die Partie zu einer außergewöhnlichen Partie. Hinzu kommt die besondere Konstellation: Während die Partenkirchner nach ihrem historischen Aufstieg in die Bezirksoberliga weiter auf einer Euphoriewelle schwimmen, steht Sonthofen nach holprigem Saisonstart einmal mehr unter Zugzwang.
Zuletzt standen sich beide Teams in der Saison 2023/2024 gegenüber. Damals behielt Sonthofen klar die Oberhand: Einem 31:24-Heimsieg folgte ein eindrucksvolles 41:31 in Partenkirchen. „Das waren Spiele, in denen wir gezeigt haben, was in uns steckt, wenn alle fit und an Bord sind“, erinnert sich Sonthofens Trainer Cristian Savlovschi. „Aber das ist inzwischen Geschichte. Partenkirchen ist als Aufsteiger hochmotiviert, hat sich verstärkt und spielt mit enorm viel Begeisterung.“
Tatsächlich schreiben die Partenkirchner derzeit Vereinsgeschichte. Der erstmalige Sprung in die Bezirksoberliga ist der größte Erfolg seit Bestehen der Handballabteilung. Entsprechend groß ist die Stimmung im Werdenfelser Land. Trainer Christoph Wiedenmayer, ein akribischer Tüftler, hat seine Mannschaft in den vergangenen Monaten auf dieses Abenteuer vorbereitet. Unterschiedliche Abwehrvarianten, ein schnelles Umschaltspiel und die individuelle Klasse einiger Akteure sollen dafür sorgen, dass Partenkirchen auch in der neuen Liga konkurrenzfähig bleibt.
Besonders hervorzuheben sind die beiden ehemaligen Profis Andreas Simon und Maximilian Wasielewski, die mit ihrer Erfahrung und Spielintelligenz zu den Leitfiguren des Teams avanciert sind. Schon beim Saisonauftakt zeigte Partenkirchen, dass man sich vor etablierten Bezirksoberliga-Teams nicht verstecken muss. „Wir wissen, dass wir Außenseiter sind, aber wir glauben an unsere Chance und genießen jedes Spiel auf diesem Niveau“, so Trainer Wiedenmayer im Vorfeld.
Ganz anders die Situation beim TSV Sonthofen. Nach der klaren Auftaktniederlage gegen die SG Kempten/Kottern und der kurzfristigen Spielabsage gegen Weilheim herrscht schon früh in der Saison gedrückte Stimmung. Mehrere Stammkräfte fehlen verletzungs- oder berufsbedingt, und der Kader ist derzeit so dünn, dass Trainer Cristian Savlovschi bei jedem Spiel improvisieren muss.
„Es erinnert vieles an die Vorsaison“, sagt Abteilungsleiter Laurenz Lakotta. „Auch da haben wir zunächst eine deutliche Klatsche kassiert, mussten ein Spiel wegen Personalmangel absagen und standen früh unter Druck. Aber die Mannschaft hat damals Charakter gezeigt und sich zurückgekämpft. Genau das brauchen wir jetzt wieder.“
Für die verbliebenen Spieler bedeutet das: Zähne zusammenbeißen, enger zusammenrücken und trotz widriger Umstände alles geben. Routiniers wie Kapitän Andreas Dahm,Marcel Heil oder Rückkehrer Fabian Hofmann sollen den Takt vorgeben und den Mitspielern Halt geben.
„Es bringt nichts, über die Ausfälle zu klagen“, betont Hofmann. „Wir müssen die Situation annehmen und das Beste daraus machen. Jeder Einzelne muss ein paar Prozent mehr geben. Nur so können wir Partenkirchen Paroli bieten.“
Rein sportlich gehen die Gäste aus Partenkirchen als Favorit in das Duell. Sie haben eine eingespielte Mannschaft, profitieren von der Euphorie ihres Aufstiegs und haben aktuell den breiterenKader. Sonthofen hingegen muss sich auf seine Tugenden konzentrieren: Kampfgeist, Teamwork und eine stabile Abwehr.
„Wenn wir über 60 Minuten konzentriert verteidigen, lange im Spiel bleiben und unsere Chancen nutzen, ist vielleicht etwas drin“, glaubt Trainer Savlovschi.
Für Sonthofen geht es am Sonntag nicht nur um Punkte, sondern auch um ein Stück Selbstvertrauen. Ein Erfolgserlebnis könnte die Mannschaft nach dem schwierigen Start beflügeln und wichtige Energie für die kommenden Aufgaben freisetzen. Für Partenkirchen wiederum ist es die Chance, die Euphorie des Aufstiegs weiterzutragen und sich in der neuen Liga zu etablieren.




